„Umgeben von rauschenden Strömen und malerischen Parkbuchten ist das Verkehrsinsel-Resort an der Operngasse eine wahre Wohlfühl-Oase. Genießen Sie rote Ampelphasen und grüne Schilflandschaft, städtische Silhouetten und romantisches Fassadenglühen.“
Für die Ausstellung in der Semmelweisklinik wurde das „Verkehrsinsel-Resort“ neu aufgegriffen. 2017 und 2018 inszenierten wir eine Verkehrsinsel am Wiener Karlsplatz als „Verkehrsinsel-Resort“. Mit Sektempfang, Liegestühlen, Sauna und Audioguide lud sie Passant:innen ein, diesen städtischen Restraum autozentrierter Planung neu zu entdecken – und so auf unterhaltsame Weise die Absurdität dessen zu erleben, was meist unhinterfragter Alltag bleibt. So gehören in Wien noch immer 2/3 der Straßenräume dem PKW, obwohl nur 26% der Wege mit dem Auto zurückgelegt werden.
Die Intervention öffnete darüber hinaus aber auch den Denkraum für ein anderes Verständnis des öffentlichen Raums: Nicht top-down geplant und durchreguliert, um einen reibungslosen Alltag zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu garantieren – sondern offen, durch die Menschen in der Stadt aktiv selbst angeeignet und gestaltet zu werden. Öffentlicher Raum, der nicht rationaler Bedürfnisbefriedigung unterliegt, sondern in dem es Platz für Kreativität gibt, die auch mal komisch, hässlich oder seltsam sein kann. Eine solche Aneignung versteht die Raumstation daher auch als Gegenstrategie zum neoliberalen „Sauber- und Nett-machen“ von öffentlichen Räumen. Das Ziel ist eine demokratische Raumproduktion: Teilhabe für alle.
Im Rahmen der Ausstellung entstand ein Artikel und Fotoreihe für die Publikation „Pirate Cultures Vienna: Kreative Strategien der Rückeroberung und Wiederaneignung in Wien“.



