(Schwimmer, Schwäne, Naturschutzpläne – Uferdialoge am Plötzensee)

Schwimmer, Schwäne, Naturschutzpläne – Uferdialoge am Plötzensee

Der Plötzensee in Berlin ist ein beliebtes, aber übernutztes Badegewässer, das unter fortschreitender Erosion und Artenrückgang leidet. Seit Jahren versucht das Bezirksamt, Wildbaden einzudämmen, zuletzt mit hohen Bußgeldern und Zäunen, die für viel Diskussion sorgten. Wie weiter?

von Kollektiv Raumstation

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  • Plötzensee
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  • Installation

Projektbeschreibung: Schwimmer, Schwäne, Naturschutzpläne – Uferdialoge am Plötzensee

Sommer am Plötzensee: Wenn es Berlin an den heißen Tagen des Jahres wieder ans Wasser zieht, bewegt sich das Kollektiv Raumstation mit einer mobilen Videostation in, um und über den See. Wir dokumentieren, aus welchen Perspektiven die Berliner:innen auf eine gemeinsame und faire Nutzung des Gewässers schauen.

Der Plötzensee ist das zentralste Badegewässer Berlins. Entsprechend divers sind die Nutzungen auf und um den See: Menschen baden und schwimmen, genießen die Natur, joggen und liegen in der Sonne, fahren Tretboot, trinken ihr Feierabendbier und sammeln Flaschen, machen Sport auf der Wiese oder Picknicken mit Freund:innen. Doch das bunte Treiben geht zu Lasten von Flora und Fauna: Der Plötzensee ist auch ein Landschaftsschutzgebiet. Am Ufer wachsen Erlen und Röhricht, hier leben Schwäne und Enten, Fische und Amphibien.

Um den starken Nährstoffeintrag und die Ufererosion zu reduzieren, hat das Bezirksamt Mitte im Februar 2025 das Projekt Wildbaden ein Ende setzen und Ufer schützen begonnen.

Es umfasst verschiedene Maßnahmen zur Ufersicherung und Renaturierung. Neben Röhrichtetablierung und der Anlage von Kleingewässern wurden die Zäune um den See geschlossen und erhöht. Hinzu kommen erhöhte Bußgelder für Wildbaden.

Wer schwimmen möchte, hat nun noch zwei Optionen: den Besuch des Strandbads, das 8–10 € Eintritt verlangt; oder den kleinen Zugang über die Treppe am Steingarten, wo das Abkühlen der Füße vom Ordnungsamt geduldet wird. Die Verschärfung des Badeverbots wurde vor Ort, in den Medien und der Presse ausgiebig diskutiert, eine Initiative setzt sich für freie Badestellen ein.

Das Projekt Schwimmer, Schwäne, Naturschutzpläne am Plötzensee greift die Debatten um Nutzungen und Umweltschutz auf. An vier Tagen bewegen wir uns im Juni/Juli 2026 mit einer mobilen Videostation um, in und über den See, um die verschiedenen Akteure* am See – Baumpflegerinnen und Badende, regelmäßige Besucher:innen des Sees und das Ordnungsamt, Fische und Pflanzen, die Betreiber des Strandbads und des Bootsverleihs, Sportler:innen und Feierabendgenießer, Flaschensammelnde, Wohnungslose – einzuladen, uns ihre Sicht auf den See zu schildern. Wir fragen sie, was ihnen der See bedeutet, wo sie sich gerne aufhalten und wie es dem See gerade geht.

Aus den Interviews, Streifzügen und Überfahrten entsteht eine 3-Kanal Video-Installation, in der die verschiedenen Anliegen an den See als urbanes Gemeingut wortwörtlich nebeneinander stehen können. Die Videoarbeit schafft einen Raum, um andere Perspektiven nachzuvollziehen und eine Vision für gemeinsame Lösungen aufzustellen.

Die Installation stellen wir im Oktober 2026 im Foyer der Schiller-Bibliothek Mitte aus und schaffen hier erneut einen Raum, an dem Menschen über das Thema ins Gespräch kommen können. Weiterhin evaluieren wir Möglichkeiten, die Ausstellung mit einer Paneldiskussion abzurunden und die Installation direkt am See zu präsentieren.

Termine von 10-18 Uhr, Orte tbd.


30.06.

10.07.

12.07.

25.07.

Du hast an Interesse an Schwimmer, Schwäne, Naturschutzpläne und möchtest uns Deine Geschichte zum Plötzensee erzählen? Dann schreib uns eine Email: uferdialoge@raumstation.org!


Schwimmer, Schwäne, Naturschutzpläne wird gefördert aus Mitteln des Bezirkskulturfonds Mitte zu Berlin. Hinweis: Während der Veranstaltung werden Fotos und Videos gemacht. Falls Du nicht aufgenommen werden möchtest, melde Dich bitte vor Ort bei unserem Team.